Beleuchtung im Stream – ELGATO Key Light

Die richtige Beleuchtung ist für die meisten Streamer ganz schnell ein ziemlich wichtiges Thema. Vor allem für jene, die sich entscheiden, ihr Setup mit einem Greenscreen auszurüsten.

Aber wofür wird Licht denn eigentlich benötigt?

Licht ist vor allem für Streamer wichtig, die einen Greenscreen einsetzen. Hier ist eine möglichst starke und gleichmäßige Beleuchtung unabdingbar für eine gute Greenscreen-Umsetzung. Niemand möchte komische Krisseleffekte sehen oder merkwürdige Schatten auf dem Gesicht des Streamers.

Aber auch ohne Greenscreen macht eine gute Kamera-Ausleuchtung im Stream sehr viel aus. Je besser die Ausleuchtung, desto hochwertiger ist auch die Ausgabe der Kamera. Die Kamera selbst muss dabei nicht besonders leistungsfähig sein, gutes Licht schafft es auch bei geringerer Leistung, ein gutes Bild auszugeben.

Wichtig kann Licht auch speziell für Künstler sein, die auf ihrem Schreibtisch arbeiten. Hier sorgt eine gute Beleuchtung für ein angenehmes Bild und gute Farbwiedergabe von verwendeten Materialien wie zum Beispiel Wolle oder Farbstiften.

Je mehr Mühe man sich hier gibt, desto schöner wird das Streamerlebnis für den Viewer.

Wie schafft man eine solche Beleuchtung?

Empfohlen wird eine Ausleuchtung nach dem Drei-Punkt-System: Zwei Lichtquellen (Keylights) von vorn, jeweils rechts und links der Kamera positioniert schaffen eine gleichmäßige Ausleuchtung von Flächen und eine weichere Darstellung von Schatten, zum Beispiel auf dem Gesicht. Zu einer vollständigen Drei-Punkt-Beleuchtung gehört dann noch eine Lichtquelle (Rimlight), die seitlich von hinten kommt, um zum Beispiel die Konturen der abgebildeten Person hervorzuheben. In der Fotographie wendet man dieses Licht-Setup besonders gern für Portraits an.

Erfahrene Streamer empfehlen in der Regel den Einsatz von Softboxen oder vergleichbarer LED-Lichter, um den Streamer bzw. das Arbeitsfeld adäquat und gleichmäßig auszuleuchten und genug Licht auf den Greenscreen oder den Arbeitstisch zu bekommen. Softboxen kennen die meisten von uns aus dem Foto-Bereich, das sind die großen kastenförmigen Leuchten mit Stoffüberzug, die man in fast jedem Fotostudio findet. Dort werden sie eingesetzt, um eben genau das zu erreichen, was wir auch im Stream gern hätten: Ein tolles Kamerabild.

Der Nachteil an Softboxen ist allerdings, dass sie viel Platz einnehmen und zudem gern eine größere Menge Wärme abgeben. Gerade, wenn man am Schreibtisch nicht viel Platz hat, ist dies ein ziemlich großes Problem, das einen, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Schwitzen bringen kann.

Mein Setup vorher.

Auch ich habe mich mit der Frage nach dem richtigen Licht lange herumgeschlagen. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten bei uns kamen Softboxen nicht in Frage. Ich habe an meinem Arbeitsplatz keine Möglichkeit, die Softboxen aufzustellen und selbst wenn ich sie irgendwie montiert bekommen hätte, müsste ich nach jedem Stream das komplette Setup wieder abbauen.

Also habe ich nach Alternativen geschaut und mich schließlich für LED-Videoleuchten entschieden. Die gibt es in verschiedenen Varianten und Preiskategorien. Da ich als Creative vor allem Licht auf dem Schreibtisch benötige, habe ich mich für zwei Lampen entschieden, die mit Klammerarmen am Regalbrett über dem Schreibtisch angebracht wurden und so eine klassische Keylight-Beleuchtung schaffen.

Meine Videoleuchten lassen sich in der Helligkeit einstellen und bieten auch Regler für die Farbtemperatur, so das man sich sein Licht bequem an die örtlichen Gegebenheiten anpassen kann. Die Schalter dafür liegen jedoch auf der Rückseite der Lampen. Für Veränderungen musste ich also jedes Mal herumtasten oder die Lampe herunternehmen, um die Regler zu erreichen. Zudem war die Anbringung mit Hilfe der Klammern doch recht “groß” und “klobig”.

Ein weiterer Nachteil stellte sich heraus, als ich mein Setup mit Greenscreen erweiterte. Strahlen die Lampen gegen die Wand, geben sie nicht genug Licht ab, um den Greenscreen sauber auszuleuchten. Drehte ich sie um, strahlten sie recht grell in meine Augen.

Begeistert war ich deshalb, als ELGATO im neuen Jahr seine Key Lights ankündigte. Mit dem Versprechen, eine platzsparende und leicht zu handhabende Alternative zu Softboxen zu bieten, war ich gleich gefesselt. Nicht so sehr gepackt war ich dann allerdings vom Preis. Ein einzelnes Key Light liegt normalerweise bei 200 Euro.

Ein optimales Setup, das zeigt auch ELGATO selbst, besteht aus zwei Key Lights, die man rechts und links vom Arbeitsplatz montiert. Wären also Anschaffungskosten von 400 Euro. Ziemlich viel für die Beleuchtung eines Streams, dachte ich mir so. Trotzdem bin ich auf der Dreamhack sehr verliebt um den Elgato/Corsair-Stand geschlichen und habe mir angesehen, was die Teile so können.

Allein die Stative, die man per Schraube am Tisch festmacht und die flachen Lichter haben mich schon sehr begeistert. Außerdem fand ich die Möglichkeit, meine Beleuchtung über das Streamdeck steuern zu können, schon sehr spannend.

Das ELGATO Key Light

Trotzdem musste ich das erstmal zurückstellen. Glücklicherweise habe ich tolle Freunde, die mich zu meinem Geburtstag mit der Erfüllung dieses Wunsches glücklich machten und so stand hier vor ein paar Wochen der Postbote mit einem fetten Paket vor der Tür.

Obwohl ich die Key Lights auf der Dreamhack schon in Aktion gesehen hatte, hat mich der Umfang der Verpackung etwas umgehauen. Beim Auspacken dachte ich noch “Oh Gott, dafür ist nie im Leben Platz auf meinem Schreibtisch”.

Beim Auspacken wurde ich dann aber schnell beruhigt. Die Key Lights sind wirklich schlank und kompakt verarbeitet. Enthalten ist im Paket das Lichtpanel, ein Stativ zum Anbau an Tischplatten, Stromkabel mit Adaptern für verschiedene Länder und eine ausführliche (und extra große) Kurzanleitung.

Zuerst sollte man das Panel mit dem Stativ verbinden, bevor man das Stativ am Tisch platziert. Gerade, wenn man das Key Light nah an einer Wand anbringen will, sollte man auch bereits die Stromversorgung angeschlossen und das Key Light mit dem Schalter auf Position I aktiviert haben. Das macht die Handhabung etwas leichter. Ich habe bei meinen ersten Schritten zuerst das Stativ angeschraubt und mich dann damit abgequält, das Panel auf die Halteschraube zu drehen.

Ist alles montiert, einfach das Stativ am Tisch festschrauben. Der Griff zum Festschrauben des Stativs lässt sich trotz seiner Größe auch super in engen Ecken benutzen, da man mit einem leichten Zug die Schraubvorrichtung in den Leerlauf versetzen und zurückdrehen kann, um so auch auf kleinem Raum zu arbeiten.

Das Stativ selbst ist extrem schlank und passt so selbst neben meinem an der Wand montierten Bildschirm an den Tischrand, ohne irgendwie aufzutragen. Dabei ist es trotzdem super stabil und handlich.

Die Lampe ist auf einem Kugelkopfgelenk verschraubt, mit dem sich das Panel stufenlos anwinkeln und positionieren lässt. Das Stativ selbst lässt sich in der Höhe verstellen und so dem eigenen Setup sehr gut anpassen.

Für die Installation des Key Light benötigt man einmalig entweder einen PC mit WLAN-Verbindung oder ein Smartphone, auf dem die ELGATO Control Center App installiert werden kann. Das hat mich im ersten Augenblick etwas irritert. Ich hatte nämlich nur gelesen “PC braucht WLAN” und bin etwas in Panik geraten, weil mein PC keine WLAN-Verbindung hat.

Wer wie ich keinen WLAN-fähigen PC hat, installiert sich auf einem mit dem WLAN verbundenen Smartphone die Control Center App von ELGATO und folgt der dem Licht beigelegten Installationsanleitung bzw. den Anweisungen auf dem Handy.

Bei meinem ersten Key Light dauerte das keine zwei Minuten und das Licht war über die App verfügbar.

Beim zweiten Mal hab ich etwas länger gebraucht, da sich mein neues Key Light nicht sofort im Control Center einfinden wollte. Ich konnte es dann aber auf dem IPhone unter Einstellungen > WLAN entdecken und dort im Netzwerk registrieren.

Der Hinweis auf der ELGATO-Seite, das man das Licht ein paar Mal an und ausschalten soll, bis es angezeigt wird, hat da auch sehr geholfen. Weiß man das erstmal, geht die Installation super easy von der Hand.

Damit sich die Key Lights anschließend mit dem PC verbinden und ggf. auch über das Streamdeck verfügbar sind, wird die Control Center-Software von ELGATO auf dem PC benötigt, die man auf der Webseite findet. https://www.elgato.com/de/gaming/downloads

Ist die Software installiert, sollten die im Netzwerk verfügbaren Key Lights nun im Control Center angezeigt werden. Wenn nicht: Nochmal versuchen, das Licht ein paar Mal an- und auszuschalten, dann sollte es klappen.

Über die Regler lassen sich nun Lichtfarbe und Lichtintensität, entweder im Verbund oder jedes Licht einzeln steuern. Jedes Panel kann individuell benannt und angesteuert werden. Und schon können die Lichtspiele beginnen.

ELGATO Key Lights auf dem Stream Deck.

Wie versprochen lässt sich das Key Light natürlich auch mit dem Streamdeck von ELGATO verbinden. Sobald die Lampen über das Control Center verfügbar sind, lassen sich verschiedenste Einstellungen auf dem Streamdeck einrichten und anschließend von dort aus steuern.

Neben den Standardeinstellungen lassen sich über Multi Actions sicher auch komplette Licht-Setups als Knopf aufs Streamdeck legen. Das habe ich bisher allerdings noch nicht probiert.

Extrem aufgefallen ist mir direkt, dass das Key Light auch bei geringen Einstellungen sehr leistungsfähig ist. Musste ich meine Kamera-LEDs immer auf ca. 50-70% stellen für ein gutes Licht, das dann aber sehr grell war, leuchtet das Key Light schon bei 13% sehr gut aus, ohne dabei in den Augen zu schmerzen. Das Key Light, das ich zum Geburtstag bekommen habe, ersetzte direkt das komplette bisherige Licht. Lediglich bei sehr dunkler Umgebung (Zimmer abends im Dunkeln) habe ich noch ein Kamera-LED zusätzlich im Hintergrund angeschaltet, um den Greenscreen sauber ausleuchten zu können.

Mein neues Setup mit ELGATO Key Lights.

Inzwischen ist mein Setup mit zwei Key Lights ausgestattet, die nun für eine richtig gute Keylight-Beleuchtung sorgen, ohne das mir nach zwei Stunden die Augen weh tun. Selbst abends, wenn ich häufiger mal Probleme mit der Ausleuchtung des Greenscreens hatte, komme ich mit den Key Lights nun sehr gut klar.

Auch auf dem Schreibtisch hat sich dadurch sehr viel getan und ich freue mich wie Bolle darauf, bald wieder mehr Creative wie Häkeln oder Basteln unter der neuen Beleuchtung zu starten.

Letztendlich hat sich für mich die Anschaffung mehr als gelohnt, auch wenn ich sehr über den finanzielle Aspekt gestöhnt habe. Gerade an meinem Arbeitsplatz, der sich im Schlafzimmer befindet, ist die Möglichkeit, das Licht direkt nach vorne auf den Arbeitsplatz richten und in der Intensität per Knopfdruck einstellen zu können, sehr elementar, um meine Mitbewohner abends nicht zu sehr zu stören. Das sich die Lights so schlank in das Setup einfügen lassen, ist etwas, das ich definitiv als dicken Plus-Punkt sehe. Und die Steuerung über das Streamdeck und die Handy-App rundet das Ganze hervorragend ab.

Übrigens kann man mit der Lichtsteuerung über Handy ganz hervorragend Leute ärgern, die sich einfach so im Streamingbereich rumdrücken, während man gar nicht im Zimmer ist. 

Introduction Page: https://www.elgato.com/en/gaming/key-light

Alle Infos von Elgato zum Key Light: https://help.elgato.com/custom…115266-key-light/articles

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Letzte Aktualisierung am 5.04.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API